Mit einer öffentlichen Podiumsdiskussion erinnert die Universität Göttingen an die Studentenunruhen vor 50 Jahren. An der Veranstaltung nehmen prominente Akteure der Unruhen sowie Wissenschaftlerinnen der Universität teil.
Montag, 3. Dezember 2018, 19.30 Uhr in der Paulinerkirche: Papendiek 14, 37073 Göttingen


Vor 50 Jahren erreichten die Studenten- und Schülerproteste auch in Göttingen ihren Höhepunkt. Mit Go-Ins, Teach-Ins, Sit-Ins, Demonstrationen und Streiks forderte die aufbegehrende Jugend Rechte ein und versuchte sich gegen die Elterngeneration abzugrenzen. Rebellierende Jugend und die von Nationalsozialismus und Krieg gekennzeichnete ältere Generation standen sich teils verständnislos, teils hilflos gegenüber. Neben Protesten gegen den Vietnamkrieg und Kapitalismus kennzeichnen insbesondere die Auseinandersetzungen um die Hochschulreform und die Notstandsgesetze die Göttinger Studentenproteste.
Das Podiumsgespräch mit dem Titel „1968 an der Universität Göttingen: Aufbruch, Umbruch, Krise oder Intermezzo?“ führen die ehemaligen Akteure Prof. em. Juliane Jacobi (Prof. für Pädagogik / Geschichte der Pädagogik in Bielefeld bzw. Potsdam), Prof. em. Bernhard Dressler (Prof. für Praktische Theologie/Religionspädagogik an der Philipps-Universität Marburg, ehem. Rektor des Religionspädagogischen Instituts Loccum), Dr. Harald Noack (ehem. Abgeordneter des Niedersächsischen Landtags, Rechtsanwalt in Göttingen), Dr. Gert Hoffmann (ehem. Regierungspräsident im Regierungsbezirk Dessau, später Bürgermeister von Braunschweig), Prof. Dr. Andrea Bührmann (Vizepräsidentin der Universität Göttingen und Direktorin des Instituts für Diversitätsforschung) sowie Prof. Dr. Petra Terhoeven vom Seminar für Neuere und neueste Geschichte. Moderiert wird das Gespräch von Dr. Gilbert Heß vom YLAB-Geisteswissenschaftliches Schülerlabor.

„Wenngleich die Studentenunruhen in Göttingen – insbesondere wegen der später als „Göttinger Linie“ bezeichneten, auf Deeskalation ausgerichteten Polizeistrategie – nicht so gewalttätig war wie anderswo, und die Göttinger Proteste nicht so stark wahrgenommen wurden wie die Ereignisse an den Hotspots wie Paris, Berlin oder Frankfurt, haben sie doch das Leben von Universität und Stadt nachhaltig geprägt.“ so Dr. Heß. „In der Diskussion mit prominenten Akteuren der Bewegung wollen wir die Licht- und Schattenseiten der Göttinger Studentenunruhen kritisch reflektieren.“

Anlässlich der Podiumsdiskussion werden zahlreiche Originaldokumente der Göttinger Studentenunruhen (Plakate, Sitzungsprotokolle, Flugblätter) präsentiert.

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