Asmik Kostandyan ist seit Anfang des Jahres Mitarbeiterin des Alumni-Vereins. Sie koordiniert zahlreiche Alumninetzwerke sowie die Zukunftsinitiative des Vereins. Dazu gehört neben der Entwicklung eines Businessplans insbesondere ein Konzept zu den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung, das das Gründungsmotto der Universität "Zum Wohle aller" als Grundlage für künftige Aktivitäten zeitgemäß interpretieren soll. Im Interview erzählt Asmik Kostandyan, wie die Idee entstanden ist und was genau es mit dieser Zukunftsinitiative auf sich hat.


Du bist seit Januar die erste feste Mitarbeiterin des Alumni-Vereins, also vom Verein angestellt. Was sind deine Aufgaben?
Ich koordiniere die Alumni-Netzwerke der Universität und sorge dafür, dass Alumni einen schnellen und unkomplizierten Anschluss zu ihrer Universität und zueinander finden können – ob über ein fakultätsspezifisches oder ein thematisches Netzwerk. Darüber hinaus bin ich für die strategische Entwicklung des Vereins mitverantwortlich.

Was hat es mit der Zukunftsinitiative auf sich?
Der Alumni-Verein hat bisher extrem inspirierende Arbeit geleistet und Göttingen zum Vorreiter in diesem Bereich unter den öffentlichen Hochschulen in Deutschland gemacht. Wir möchten diese Pionier-Position stärken und die großen Potenziale der Alumniarbeit ausschöpfen. Dafür arbeiten wir an einem Konzept für die zukünftige Entwicklung des Vereins. Zum Konzept gehört unter anderem Erarbeitung eines umfassenden Business Plans, einer Kommunikations- und Mitgliedschaftskampagne sowie eines Engagement-Portfolios.

Die Kommunikationskampagne soll das Gründungsmotto der Universität mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen verbinden. Die Vision dabei ist es, eine Gemeinschaft zu etablieren, in der die Engagement-Kultur eine zentrale Rolle spielt: Engagement für die eigene Universität aber auch füreinander.

Eine Kampagne zu den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung in Verbindung mit dem Gründungsmotto der Universität "Zum Wohle aller". Wie ist die Idee entstanden?
Uns war es schon seit einiger Zeit klar, dass wir in der Zukunft einen neuen Rahmen für die strukturelle und inhaltliche Entwicklung des Vereins benötigen. Anfang dieses Jahres haben wir Alumnus Arved Lüth in seinem Frankfurter Büro besucht. Herr Lüth und seine Unternehmensberatung sind auf das Thema Corporate Social Responsibility und nachhaltiges Wirtschaften spezialisiert. In diesem Gespräch ist die Idee entstanden, dass die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen eine moderne Interpretation des Universitätsleitspruchs sein können. Nach vielen Überlegungen und internen sowie externen Gesprächen haben wir beschlossen, die Ziele der UNO als ideellen Rahmen für das Zukunftskonzept des Vereins festzulegen.

Kann man mit den Nachhaltigkeitszielen arbeiten, ohne 'mainstream' zu sein? Was ist die Verbindung mit Göttingen?
Die Agenda 2030 bietet einen umfassenden Rahmen für sinnstiftende und langfristige Kommunikation, der international anerkannt und für jeden verständlich ist. Die Inhalte kommen aber aus der Universität und aus Göttingen. An der Universität wird sehr viel bewegt, was die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele unterstützt – ob durch Forschungsprojekte oder studentische Initiativen. Durch unser Projekt möchten wir unter anderem eine Kommunikationsplattform schaffen, die der Welt vom Göttinger Beitrag zur Agenda 2030 erzählt. Darüber hinaus möchten wir aber natürlich Fragestellungen und vielleicht sogar Probleme an der Universität im Kontext der Nachhaltigkeitsziele entdecken, für die sich unsere Alumni einsetzen und engagieren können. Die Themenbandbreite der Nachhaltigkeitsziele erlaubt es uns, möglichst viele Themen an und für die Universität abzudecken.

Auf dem Weg begleiten euch Alumni, Studierende, Wissenschaftler*innen… Wer hat welche Rolle?
Uns war es wichtig, dieses Projekt mit Menschen zu entwickeln, die vom Service des Alumni-Vereins profitieren und die an unserer Arbeit interessiert sind. Alumni und Studierende unterstützen uns in einer Arbeitsgruppe, das Projekt konzeptionell zu gestalten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beraten uns inhaltlich zu einzelnen Nachhaltigkeitszielen.

Wie habt ihr die Alumni ausgewählt, die euch unterstützen?
Wir haben Kompetenzbereiche definiert, in denen wir auf externe Unterstützung angewiesen sind: Corporate Social Responsibility, Markenführung, Fundraising, Storytelling, Finanzplanung für nicht-profit-orientierte Organisationen usw. Dann haben wir gezielt Ehemalige recherchiert, die ausgewiesene Experten*innen in den entsprechenden Bereichen sind und sie kontaktiert. Die Resonanz war sehr positiv: Wir haben uns sehr über die vielen und schnellen Zusagen gefreut!

Zu dir selbst: Was hat dich nach Göttingen geführt?
Vor fast sechs Jahren bin ich arbeitsbedingt nach Göttingen gezogen. Damals hätte ich mir nicht vorstellen können, dass ich so lange in Göttingen wohnen werde. Während und nach meinem Studium bin ich sehr oft umgezogen und in Deutschland aber auch international unterwegs gewesen. Zurzeit bin ich sehr froh hier zu sein und fühle mich der Stadt sehr verbunden.

Was magst du an Göttingen?
Natürlich die kurzen Wege, die man hier hat. Aber auch die familiäre und gelassene Ausstrahlung der Göttinger. Das Gefühl, zuhause zu sein.

Und was magst du an deiner Arbeit?
An meiner Arbeit mag ich das Gefühl, ein Teil von etwas Größerem zu sein, etwas bewegen zu können, was das Leben und die Zukunft der Universität und ihrer Angehörigen nachhaltig prägen kann. Für mich ist es außerdem sehr spannend, an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu arbeiten, diese zwei Welten zusammen zu bringen und die Kommunikation zwischen ihnen zu gestalten. Nicht zuletzt möchte ich das inspirierende Team des Alumni Büros erwähnen, mit dem man jeden Tag etwas Neues lernt und sich weiterentwickelt.

Hast du eine Botschaft an unsere Alumni?
Sie können stolz auf Ihre Universität und Ihren Alumni-Verein sein! Nutzen Sie das Netzwerk, dass Ihnen Ihre Universität und der Alumni-Verein auch nach dem Studium anbieten! Das ist Ihr Campus. Ihr Leben lang.


Für das finanzielle Unterstützen der Zukunftsinitiative dankt der Alumni Göttingen e.V. der AKB Stiftung sowie der GETEC Energie Holding GmbH.

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