Seit einem Jahr arbeitet Asmik Kostandian als erste feste Mitarbeiterin bei Alumni Göttingen. Im Interview erzählt unsere Netzwerkmanagerin und Vereinsentwicklerin, wie sie das erste Jahr erlebt hat und welche Neuigkeiten die Vereinsmitglieder in den kommenden Monaten erwarten.

Asmik, wie fühlt es sich an, bei Alumni Göttingen angestellt zu sein?
Die Arbeit im Verein ist sehr abwechslungsreich und erfüllend. Ich identifiziere mich mit den Zielen des Vereins und habe das Gefühl, sinnvolle Arbeit zu leisten. Mit unserem kleinen Team setzen wir viele spannende Projekte um und arbeiten eng mit der Universität zusammen.

Und wie war dieses Jahr mit Hinblick auf die Pandemie, lässt du uns einen Blick hinter die Kulissen werfen?
Natürlich war das vergangene Jahr außergewöhnlich. Wir haben dabei aber sehr viel gelernt. Uns wurde plötzlich bewusst, wie viele Informationen man früher zwischen Tür und Angel ausgetauscht und im Flur geklärt hat. Im Home-Office kommen wir viel öfter für Online-Besprechungen zusammen und setzen in unserem Arbeitsalltag viele New-Work-Ansätze um.

Der zwischenmenschliche Kontakt steht bei Alumni Göttingen im Vordergrund. Ist es euch gelungen, auch während der Pandemie einen Raum für persönlichen Austausch zu schaffen?
Austausch und Begegnungen zwischen den Alumni und anderen Angehörigen der Universität machen den Kern unserer Arbeit aus. Für uns war sofort klar, dass wir Alternativen schaffen und unter diesen Umständen erst recht für unsere Mitglieder da sein wollen. Als erstes haben wir unsere Newsletter-Kommunikation intensiviert. Im nächsten Schritt haben wir auf Online-Veranstaltungen umgesattelt, eine Riesenchance, die wir vorher zu wenig genutzt haben. Das ein oder andere ist natürlich trotzdem auf der Strecke geblieben. Leider standen die Regionalgruppen das ganze Jahr still und es gab keine regionalen Aktivitäten. Wir denken immer wieder über neue Formate nach, z.B. über Alumni-Spaziergänge oder Lunchpausen an der frischen Luft. Wir freuen uns immer, wenn Ehemalige mit guten Ideen auf uns zukommen.

Auf welches Projekt des vergangenen Jahres seid ihr besonders stolz?
Definitiv unsere Kampagne Gemeinsam #ZumWohleAller. Mit der Pandemie haben viele Studierende ihre Minijobs und andere Finanzierungsquellen verloren. Dank der großzügigen Spenden unserer Alumni konnten wir mit einer unglaublichen Spendensumme von über 90.000€ viele Studierende finanziell unterstützen.

Auf den virtuellen Alumni-Tag sind wir auch sehr stolz. Durch das digitale Format, waren unter den Teilnehmenden viele neue Gesichter und internationale Alumni. Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, wie sehr die Alumni sich nach Göttingen sehnen und wie viel ihnen die Studienzeit bedeutet. Wir haben tolles Feedback erhalten, eine Alumna sagte zum Alumni-Tag: "Das ist mit Abstand das unterhaltsamste Zoom-Meeting, das ich erlebt habe – danke an Euch alle!" Deshalb wollen wir in Zukunft unseren traditionellen Göttinger Alumni-Tag hybrid durchführen.

die Themen sind genauso vielfältig wie unsere Ehemaligen

Habt ihr noch weitere Online-Formate für Veranstaltungen ausprobiert?
Ja, letztes Jahr ist unsere Veranstaltungsreihe Alumni Göttingen Online entstanden. Mit Online-Vorträgen und Workshops aus dieser Reihe zeigen wir, was für einzigartige Expertise und Erfahrungswissen in unserem Netzwerk steckt. Von Corporate Entertainment über Musik im Alten Ägypten bis zu Blockchain – die Themen sind genauso vielfältig wie unsere Ehemaligen.

Welche Rolle spielt der Bezug zu den Fakultäten in eurer Arbeit?
Die Fakultätsnetzwerke (früher haben wir sie Sektionen bezeichnet) unseres Vereins spielen eine zentrale Rolle in unserer Arbeit. Alumni von einzelnen Fakultäten können sich in Netzwerken organisieren und eigene Aktivitäten gestalten. Letztes Jahr hatten wir einen Durchbruch im Aufbau der Fakultätsnetzwerke. Es sind drei neue entstanden: Medizin, Jura und Forst.

Ich bin Alumna der Sozialwissenschaften. Wie kann ich mich für mein Fakultätsnetzwerk engagieren?
Im ersten Schritt kannst du die Seite des Netzwerks auf unserem Portal besuchen. Dort findet man den aktuellen Entwicklungsstand für jedes Netzwerk und die entsprechenden Kontaktpersonen. Das SoWi-Netzwerk ist im Aufbau, daher kannst du dich in der Initiatoren-Gruppe einbringen und die Netzwerkaktivitäten von Null auf mitgestalten.

Du hast in deinem letzten Interview erwähnt, dass viele Veränderungen auf den Verein zukommen. Was ist der aktuelle Stand?
Letztes Jahr haben wir eine neue Strategie für unsere Alumni-Arbeit entwickelt. Wir werden bald mit einem neuen Erscheinungsbild auftreten, das von unseren Werten verbindend, begeisternd und neugierig inspiriert ist. Auch eine Devise hat Alumni Göttingen bekommen: Ein Campus. Ein Leben lang. Wir sind gespannt, die finalen Ergebnisse unserer Arbeit dieses Jahr zu präsentieren.

Damit macht man sich für die Entwicklung des Vereins, aber auch für die Universität und ihre Studierenden stark!

Was genau bedeuten diese Veränderungen für die Ehemaligen?
Am meisten betreffen die Änderungen unsere Alumni, die aktuell ein Profil auf unserem Portal haben, aber bisher noch keine Vereinsmitgliedschaft abgeschlossen haben. Durch die Aufgabenteilung zwischen Universität und Verein bieten wir in Zukunft die Nutzerprofile nur in Verbindung mit einer Vereinsmitgliedschaft an. Das soll heißen, bald sind im Portal ausschließlich Vereinsmitglieder. Wir freuen uns sehr, wenn möglichst viele unserer Ehemaligen sich für eine Mitgliedschaft im Verein entscheiden: Damit macht man sich für die Entwicklung des Vereins, aber auch für die Universität und ihre Studierenden stark! Die detaillierten Veränderungen kann man in unseren FAQs nachlesen.

Neben dem Aufbau der Alumni-Netzwerke und der Strategieentwicklung für den Verein, hast du noch einen weiteren Schwerpunkt. Worum geht es dabei?
In Zusammenarbeit mit den Studiengängen Euroculture, GLOCAL, North American Studies und der Juristischen Fakultät organisieren wir das Adam von Trott Ambassadors of Change Programm. Dafür haben wir beim DAAD erfolgreich Fördermittel für internationale Alumni-Arbeit eingeworben. Die Bewerbungsphase beginnt am 1. März und wir freuen uns, 25 internationale Alumni aus der ganzen Welt im Herbst bei diesem neuen Weiterbildungsprogramm online oder hier in Göttingen zu begrüßen. Das Programm soll den Austausch der Ehemaligen fördern, die sich als Change Maker verstehen und die international zu Themen wie Demokratiestärkung, Good Governance und Friedensförderung zusammenarbeiten möchten.

Worauf dürfen sich die Alumni 2021 freuen?
Natürlich auf unser neues Erscheinungsbild und die überarbeitete Webseite, auf die neuen Fakultätsnetzwerke, spannende Online-Veranstaltungen und einen Global Alumni-Day, aber auch auf das ausgebaute Mentoring-Programm.


Das Interview führte Joséphine Pröhl für Alumni Göttingen.

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