„Ich war einfach gerne dort: Nett mit entspannten Menschen Spaß haben. Die Nacht bei guter Musik durchtanzen oder Konzerte regionaler Künstler besuchen. Eng und verqualmt, aber es hatte Atmosphäre! Das ist die Tangente für mich gewesen.“ Erinnert sich eine Alumna an die Tangente. Im Dezember 2018 wurde die Kultdisco in der Goetheallee nach 37 Jahren geschlossen. Wir haben Ehemalige der Universität nach Ihren Erinnerungen befragt und sind dabei auf eine außergewöhnliche Geschichte gestoßen: Heiratsantrag in der Tangente!

Zeitungsartikel mit weiteren Informationen und Stimmen zur Schließung der Tangente.


Matthew und ich haben uns am 11.3.1988 in Göttingen im damaligen KAZ kennengelernt. Nachdem wir einen netten Abend in verschiedenen Kneipen verbracht hatten und uns näher kennengelernt hatten, beendeten wir den Abend in der Tangente. Sie war schon damals die am längsten geöffnete Kneipe Göttingens, in der man auch noch tanzen konnte. Wir haben uns dort auch zum ersten Mal geküsst.
Matthew zog im August 1988 nach Santa Barbara, Kalifornien. Unsere Beziehung war stark genug, dass wir, obwohl wir nur Briefe schreiben konnten und ab und zu telefonierten, in Kontakt blieben und ich im darauffolgenden Jahr, also im März 1989, nach Santa Barbara zog. Wir wollten halt mal sehen, ob das mit uns gutgehen könnte. Da Matthew zu diesem Zeitpunkt noch verheiratet war, erklärte er mir öfters, dass er mich gar nicht heiraten könnte und außerdem müsste für einen Antrag ja schließlich auch‘ der richtige Moment sein‘.

Wie es sich gehörte, fing man mit einem guten Essen in einem Restaurant an, von dort ging man zum Quatschen ins KAZ und endete irgendwann in der Tangente.

Im Dezember 1989 flogen wir zum ersten Mal wieder nach Deutschland und besuchten natürlich auch Freunde in Göttingen. Wie es sich gehörte, fing man mit einem guten Essen in einem Restaurant an, von dort ging man zum Quatschen ins KAZ und endete irgendwann in der Tangente. Dort haben wir natürlich auch getanzt und nach einem Lied an der Tanzfläche gesessen, als Matthew plötzlich aus heiterem Himmel sagte ‚Der richtige Moment ist jetzt gekommen‘. Ich hatte keine Ahnung, wovon er redete, worauf er mir dann erklärte, dass der Moment für den Antrag gekommen sei. Ich habe ´ja´ gesagt und wir haben all unseren Freunden erzählt, dass wir nun verlobt seien. Wir wollten dann natürlich einen ausgeben, mussten uns dafür aber noch Geld von Freunden dort leihen.

Wir haben dann zurück in Santa Barbara am 11.3.1990, also auf den Tag genau 2 Jahre nach unserem Kennenlernen, geheiratet und sind nunmehr seit 29 Jahren verheiratet und leben mittlerweile auch wieder in Göttingen. Wir denken gern und oft an unseren ersten Abend in der Tangente und natürlich auch an den Abend des Heiratsantrags zurück.

*Wir haben ausschließlich den Namen geändert, um die Privatsphäre der betroffenen Personen zu schützen.

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