Katrin Adt ist Managerin und seit Juli 2019 Leiterin des neu geschaffenen Bereichs Mercedes-Benz Cars Own Retail Europa bei der Daimler AG. Adt wurde 1972 als Tochter des deutschen Diplomaten und Botschafters Harro Adt geboren. Sie wuchs unter anderem in Afghanistan, Indien, der Schweiz, der Zentralafrikanischen Republik und Frankreich auf. Sie studierte Rechtswissenschaften in Göttingen und Coimbra (Portugal). Ihr Referendariat absolvierte sie am Oberlandesgericht in Celle sowie in Frankfurt am Main und Brüssel. 1999 startete Katrin Adt ihre Karriere bei der Daimler AG, wo sie seitdem zahlreiche Positionen im Top-Management durchlaufen hat.
Foto: © Mercedes Benz AG


Was hat Sie dazu bewogen, ein Studium in Göttingen anzutreten?

Ich habe in meiner Kindheit und Jugend viele Jahre im Ausland gelebt. Da wir aber immer auch eine Bleibe in Adelebsen hatten, bedeutete Göttingen für mich ein Stück Heimat und dorthin wollte ich zum Studium


Denke ich an Göttingen, denke ich an …

Eine sehr glückliche und unbeschwerte aber dennoch prägende Zeit!


Was hat Sie in Ihrer Studienzeit für’s Leben geprägt?

Der Schritt in die Unabhängigkeit, der aber –quasi als Kehrseite der Medaille- auch die Übernahme von Verantwortung bedingt. Das muß man als junger Mensch ausprobieren und lernen.


Was war Ihr Lieblingslokal oder Ihr Lieblingsort in Göttingen?

Davon hatte ich eine Menge! Gerne war ich im Nudelhaus, in der Gartenlaube, im Cartoon und im Sommer an der Fähre in Hemeln.


Welcher Hochschullehrer hat Sie beeinflusst, beziehungsweise welches Studienangebot hat Sie besonders beeindruckt?

Eine Vorlesung bei Prof. Diederichsen war schon immer ein besonderes Erlebnis – schon allein wegen des schaurig-schönen Angstkribbelns, ob man von ihm vor Hunderten von Kommilitonen im Vorlesungssaal 011 aufgerufen wird. Besonders dankbar bin ich Prof. Costede für sein Engagement rund um das Erasmus-Programm, das es mir ermöglichte, ein Jahr in Coimbra / Portugal zu studieren.


Womit konnte man Sie immer vom Lernen abhalten?

Mit der Verlockung eines strammen Max auf der Terrasse des Fährhauses in Hemeln auf jeden Fall!


Was würden Sie studieren, wenn Sie heute noch einmal studieren könnten?

Ich würde es noch einmal genauso machen: Jura in Göttingen studieren, in der Johannisstrasse leben und die Zeit in vollen Zügen geniessen!


Was treibt Sie an? Haben Sie ein Lebensmotto?

Kein explizites. Aber John Lennon hat es mit „Leben ist das, was passiert, während du beschäftigt bist, andere Pläne zu machen“ schon ganz gut getroffen, finde ich. Mich treibt die Möglichkeit von Gestaltung an. Ich habe Freude daran, Organisationen, Themen und Menschen zu entwickeln. Und mich damit auch gleichzeitig selbst immer weiter zu entwickeln.


Welchen Ort in Göttingen würden Sie gerne einmal wieder sehen?

Ich würde gerne einen Tag wieder Studentin in Göttingen sein und an all den bekannten Orten vorbeistreifen können: Von der Vorlesung in die Mensa, einen Kaffee bei Cron&Lanz trinken, durch die Fussgängerzone ans Gänseliesel laufen, eine Wallrunde machen und in die vielen Kneipen einkehren. Und vielleicht gibt es ja am Abend auch noch eine Party im Juridicum….


Welchen Tipp haben Sie für heutige Studierende?

Ich stelle immer wieder fest: der Unterschied zwischen gut und exzellent ist die Leidenschaft, die jemand für seine Themen aufbringt. Deshalb: macht das, wofür Ihr Leidenschaft entwickeln könnt!


Welche Bedeutung hat Göttingen für Ihren beruflichen Werdegang?

Göttingen ist für mich der Ort meiner Ausbildung und deshalb ganz wesentlich für meinen beruflichen Werdegang. Göttingen ist aber auch der Ort, an dem ich meinen Mann kennengelernt habe und damit mindestens genauso wesentlich für meinen persönlichen Werdegang.


Was bedeutet Ihnen Erfolg?

Erfolg bedeutet mir das Erschaffen von Gestaltungsmöglichkeiten. Und das ist mir sehr wichtig.

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