Bernt R.A. Sierke, bis 2014 Präsident der Privaten Hochschule Göttingen, wurde 1959 geboren. Nach Studium der Betriebswirtschaftslehre in Göttingen und Promotion arbeitete er als Unternehmensberater und Lehrbeauftragter. Seit 1998 ist Sierke Professor für Betriebswirtschaftslehre an der staatlich anerkannten Hochschule. Sein unternehmerisches Wirken dokumentieren Positionen unter anderem als Vorstandssprecher einer national tätigen IT-Aktiengesellschaft und Geschäftsführer eines Consulting-Unternehmers.



Was hat Sie dazu bewogen, ein Studium in Göttingen anzutreten?

Ich wurde in Göttingen geboren und bin anschließend in Nordhessen aufgewachsen. Da lag es nahe nach dem Abitur in die attraktive Studienstadt Göttingen zurückzukehren.



Denke ich an Göttingen, denke ich an …

... an eine lebens- und liebenswerte Stadt, mit studentischem Flair und zahlreichen Aktivitäten im Herzen Deutschlands.



Was war für Sie in dieser Zeit ein unvergessliches Erlebnis?

Wie für wohl viel andere Doktoranden auch: Der Gänselieselkuss. Während meiner Promotionszeit war ich bereits recht ungeduldig, wann ich endlich auch das Liesel küssen durfte.



Was war ihr Lieblingslokal, beziehungsweise Ihr Lieblingsort in Göttingen?

Lieblingslokal war die – damals neu eröffnete – Gartenlaube am Markt. Lieblingsort, insbesondere natürlich bei schönem Wetter waren die Schillerwiesen. Diese suche ich auch heute noch gelegentlich auf, nicht aus nostalgischen Gründen, sondern weil sie auch heute für mich noch zu den schönsten Plätzen Göttingens zählen.



Welcher Hochschullehrer hat Sie beeinflusst, beziehungsweise welches Studienangebot hat sie besonders beeindruckt?

Das waren im Besonderen meine akademischen Lehrer Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Lücke und Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Bloech. Beide haben meinen beruflichen Werdegang sehr stark geprägt und ich habe ihnen viel zu verdanken. Zu beiden verbindet mich auch heute noch ein intensiver Kontakt.



Womit konnte man Sie immer vom Lernen abhalten?

Da kommt das schon damals berüchtigte attraktive Freizeitangebot in und um Göttingen ins Spiel. Da fand sich eigentlich immer etwas, wenn die studentische Selbstdisziplin mal ausnahmsweise gegen den inneren Schweinehund verlor.



Was würden Sie studieren, wenn Sie heuten noch einmal studieren könnten?

Ich bin nach wie vor mit der damaligen Fachwahl Betriebswirtschaftslehre sehr zufrieden und würde heute das gleiche Fach wieder studieren.



Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

Man sollte stets wissen, welchen Impulsen man sich fügen und welche man sich gefügig machen muss.



Welchen Ort in Göttingen würden Sie gerne einmal wieder sehen?

Da ich nach wie vor in Göttingen lebe, habe ich glücklicherweise die Möglichkeit, alle mir wichtigen Plätze in und um Göttingen und auch in Göttingen verwurzelte Personen regelmäßig zu besuchen.



Welchen Tipp haben Sie für heutige Studierende?

Ich rate den Studierenden von heute, trotz aller notwendigen Zielstrebigkeit und trotz des Studienstresses über den Tellerrand zu blicken und die eigene Persönlichkeit möglichst umfassend weiter zu entwickeln. Die Studienzeit wird immer ein zentraler Lebensabschnitt bleiben, es wäre schade, wenn man sich diese selbst zu verkrampft gestaltet.

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