Bruno Benfey, geboren am 9. Oktober 1917 in Düsseldorf, studierte in Göttingen von 1936 bis 1937 Medizin und wurde in Hamburg promoviert. Chemie studierte er seit 1939, erst in München und Berlin, ab 1948 bis 1950 wieder in Göttingen. Der Naturwissenschaftler arbeitete unter anderem im Uni-Krankenhaus Hamburg Eppendorf und war wissenschaftlicher Assistent am Physiologisch-Chemischen Institut in Göttingen. Als Lecturer in Pharmacology ging er 1952 an die McGill University nach Montreal (Kanada). Verheiratet war er mit Jutta Nienstedt. Er hat drei Söhne und sechs Enkelkinder. Benfey lebt heute in Kanada, liest und reist gerne und interessiert sich für deutsche Geschichte und die Funktionen des Gehirns.



Was hat Sie dazu bewogen, ein Studium in Göttingen anzutreten?

Ich lebte bei meinen Eltern in Göttingen.



Denke ich an Göttingen, denke ich an …

...den Stadtfriedhof, Wall und den Hainberg.



Was war für Sie in dieser Zeit ein unvergessliches Erlebnis?

Am 9. November 1936 kamen wir nachts in großen Scharen aus dem Ratskeller, sahen auf dem Marktplatz leuchtende mannshohe Gerüste, nahmen sie und rannten mit ihnen auf dem Marktplatz herum. Polizisten kamen, wir kesselten sie ein und gingen nach Hause.



Was war ihr Lieblingslokal, beziehungsweise Ihr Lieblingsort in Göttingen?

Der Ratskeller.



Welcher Hochschullehrer hat Sie beeinflusst, beziehungsweise welches Studienangebot hat Sie besonders beeindruckt?

Der Chemiker Prof. Adolf Windaus kam zum Praktikum, sagte:“ Guten Morgen Herr Kollege, was machen sie denn da?“ und half uns zu verstehen, was wir machten. Der Physiker Prof. Robert Wichard Pohl hatte im Vorlesungsraum ein Schild, „Simplex Sigillum Veri“ (Einfachheit ist das Siegel des Wahren).



Womit konnte man Sie immer vom Lernen abhalten?

Mit einem Bier im Ratskeller.



Was würden Sie studieren, wenn Sie heute noch einmal studieren könnten?

Medizin und Chemie



Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

Schiller: “Mut tut uns not und ein gefasster Geist, und in der Stärke müssen wir uns üben.“



Welchen Ort in Göttingen würden Sie gerne einmal wieder sehen?

Den Ratskeller.



Welchen Tipp haben Sie für heutige Studierende?

Freut Euch, dass ihr studieren könnt.

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