Eckart Pottebaum, Geschäftsführer der Firma Tedox, lebt in Norddeutschland. Nach seinem Abitur begann er 1984 eine Ausbildung zum Landwirt. Ein Studium der Agrarwissenschaften in Göttingen schloss sich an, das er 1993 abschloss. 1994 stieg der 1965 geborene Pottebaum als Nachwuchskraft bei der damaligen Teppich-Domäne Harste, heute Tedox, ein. Anfang 1999 wechselte Pottebum in die zentrale Verkaufsleitung des Unternehmens. Seit 2003 besitzt er dort Prokura, seit 2006 ist er Geschäftsführer der Firma Tedox und dabei verantwortlich für den Gesamtbereich Verkauf in allen 75 Filialen.



Was hat Sie dazu bewogen, ein Studium in Göttingen anzutreten?

Als ich 1987 mein Studium aufnahm, gab es bundesweit nur sieben Universitäten, die Agrarwissenschaften als Studiengang anboten. Für die von mir angestrebte Fachrichtung Ökonomie war und ist die Georgia Augusta die Universität mit dem besten Ruf. Als Reiz hinzu kam die Stadt als solche mit Ihrem enormen studentischen Flair, welches ich bei Besuchen ehemaliger Mitschüler, die bereits in Göttingen studierten, kennen gelernt hatte. Schlussendlich war es dann das Quäntchen Glück bei der Zentralen Vergabestelle für Studienplätze (ZVS), welches mir den Start in Göttingen ermöglichte. Auch in der Rückschau betrachte ich meine damalige Wahl als echten Glücksgriff!



Denke ich an Göttingen, denke ich an …

...ganz viele Dinge, die ich mit dieser Stadt verbinde: Meine gesamte Studienzeit mit vielen Erlebnissen und Anregungen, die Wochenendtouren nach Hemeln, spontane Skinachmittage im Harz, das Gänseliesel, die Nikolaus-Partys im ZHG und vor allem viele Freundschaften, die in Göttingen entstanden sind und für mich nun schon über viele Jahre eine große Bereicherung darstellen.



Was war für Sie in dieser Zeit ein unvergessliches Erlebnis?

Ohne Zweifel ist mir die Öffnung der deutsch-deutschen Grenze (kurz nach meinem Vordiplom) in ganz besonderer Erinnerung geblieben. Ich war dabei, als im nahen Vogelsang der Grenzzaun abgeräumt wurde. Es war beeindruckend, mitten unter so vielen glücklichen Menschen zu sein. Diesen Tag und die sich anschließende Zeit der völlig überfüllten Geschäfte in Göttingen werde ich nie vergessen.



Was war ihr Lieblingslokal, beziehungsweise Ihr Lieblingsort in Göttingen?

Meine Lieblingslokale waren Mutter Jütte in Bremke und die Gartenlaube am alten Rathaus. In beiden Betrieben habe ich über viele Jahre als Student gearbeitet, was mich nicht davon abhielt, dort auch Stammgast zu sein....! Beide gehören auch heute noch zu meinen Lieblingslokalen in der Region. Mein Lieblingsort in Göttingen waren die Schillerwiesen, hier haben wir im Sommer unzählige Nachmittage und Abende verbracht.



Welcher Hochschullehrer hat Sie beeinflusst, beziehungsweise welches Studienangebot hat Sie besonders beeindruckt?

Am meisten hat mich Prof. Dr. Manfred Köhne geprägt, indem er den Blick seiner Studenten bis über den Tellerrand des modernen landwirtschaftlichen Betriebes hinaus geschärft hat. Das Leitbild des Landwirtes als Unternehmer im ländlichen Raum stand hierbei im Vordergrund.



Womit konnte man Sie immer vom Lernen abhalten?

Im Sommer: Weender Freibad, im Winter: Squash im Maschmühlenweg!



Was würden Sie studieren, wenn Sie heute noch einmal studieren könnten?

Vom Grundsatz her würde ich wieder Agrarökonomie studieren, da der Studiengang umfassende betriebs- und volkswirtschaftliche Inhalte vermittelt, die nicht ausnahmslos auf die Landwirtschaft sowie ihre vor- und nachgelagerten Bereiche anwendbar sind. Agrarökonomen sind damit sehr gut qualifiziert, im Bedarfsfall auch außerhalb des Agrarsektors Anstellungen zu finden. Dies ist am heutigen Arbeitsmarkt ein großer Vorteil und bietet den Absolventen enorme Chancen.



Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

Carpe Diem - nutze den Tag!



Welchen Ort in Göttingen würden Sie gerne einmal wieder sehen?

Meine Studentenwohnung im Schlagenweg 1, in der ich insgesamt über sechs Jahre gelebt habe.



Welchen Tipp haben Sie für heutige Studierende?

Nutzen Sie die Zeit, sich parallel zum Studium möglichst gut zu qualifizieren, egal ob durch Praktika oder erste Tätigkeiten als Werkstudent in der vorlesungsfreien Zeit. Besonders bei den ersten Bewerbungen nach dem Studium entscheiden häufig die Dinge, die nicht im Abschlusszeugnis der Uni stehen, wer den Job bekommt und wer eben nicht. Gleichwohl rate ich auch jedem Studierenden, die Zeit zu genießen - sie kommt eben nicht wieder!

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