Erhard Mielenhausen, am 17. Oktober 1942 in Kassel geboren, wuchs nach dem Krieg in Dransfeld auf. Nach dem Abitur folgten 2 Jahre bei der Luftwaffe. Danach studierte der Leutnant der Reserve Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik bis 1970 in Göttingen. 1974 folgte die Promotion in Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik in Mannheim. Dort war Mielenhausen Assistent am Lehrstuhl für Marketing und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Sonderforschungsbereich 24. Nach einer Tätigkeit als Bereichsleiter Handelsforschung in der Forschungsgruppe Roland Berger in München erhielt er die Professur für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Osnabrück. Später wurde er deren Rektor und war dort bis 2010
Präsident der Hochschule. Mielenhausen war Mitglied des Wissenschaftsrates von 1995 bis 2001 und Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz von 2001 bis 2007. Seit 1994 war er maßgeblich am Diskussionsprozess "Autonomie der Hochschule" beteiligt; zum 1. Januar 2003 wurde die FH Osnabrück - wie die Universität Göttingen - in die Trägerschaft einer öffentlich-rechtlichen Stiftung umgewandelt. Mielenhausen ist seit 1970 verheiratet. Das Ehepaar hat zwei Kinder und drei Enkelkinder. Hobbies: Bücher und Reisen.



Was hat Sie dazu bewogen, ein Studium in Göttingen anzutreten?

Abitur in Göttingen, zwei Jahre Stade, Holland, München: Ausbildung zum Reserveoffizier der Luftwaffe. Danach hatte ich ganz einfach Heimweh nach Göttingen.



Denke ich an Göttingen, denke ich sofort an......

Heinz Hilpert, Günter Ungeheuer, Götz George und das Deutsche Theater; das Junge Theater mit Gunther Klein und Barbara sowie natürlich „Das faule Ei“ und Nörgelbuff.



Was war für Sie in dieser Zeit ein unvergessliches Erlebnis?

Der brutale Einsatz der Polizei im Frühsommer 1968 gegen Demonstranten an der Stadthalle, in der das Establishment mit Bundespräsident Heinrich Lübke, Bundesforschungsminister Stoltenberg und Kultusminister Langeheine den 20. Gründungstag der Max-Planck-Gesellschaft feierten.



Was war Ihr Lieblingslokal, beziehungsweise Ihr Lieblingsort in Göttingen?

Der Jazz-Schuppen „Center“ im Rosdorfer Weg, in dem sich damals die Größen der deutschen Jazzszene die Türklinke in die Hand gaben (Albert Mangelsdorff, Brötzmann, Klaus Doldinger, Gunter Hampel).



Welcher Hochschullehrer hat Sie beeinflusst, beziehungsweise welches Studienangebot hat Sie besonders beeindruckt?

Hans-Paul Bardt; Hartmut von Hentig.



Womit konnte man Sie immer vom Lernen abhalten?

Mit Doppelkopf vor dem Ratskeller unter den Augen des Gänseliesels.



Was würden Sie studieren, wenn Sie heute noch einmal entscheiden könnten?

Psychologie.



Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

„Geht nicht, gibt es nicht!“



Welchen Ort in Göttingen würden Sie gerne einmal wiedersehen?

Die alte Sternwarte.



Welchen Tipp haben Sie für heutige Studierende?

Genieße das Studium in vollen Zügen und schnuppere auch mal in andere Fächer.

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