Heidrun Bäcker, von1997 bis 2014 hauptamtliche Bürgermeisterin im Flecken Bovenden, wurde 1957 in Göttingen geboren. Von 1976 bis 1983 - mit Babypause im Jahr 1981 - studierte sie Pädagogik, Soziologie sowie Kinder und Jugendpsychatrie an der Universität Göttingen. Bereits während ihrer Elternzeit war sie in verschiedenen Ehrenämtern tätig. Seit 1991 ist die Sozialdemokratin in der Kommunalpolitik aktiv, war von 1994 bis 1997 kommunale Frauenbeauftragte und ist seitdem Bürgermeisterin. Darüber hinaus gehört sie dem Präsidium des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes an. Bei der Kommunalwahl 2006 wurde sie mit mehr als 70 Prozent der Stimmen in ihrem Amt bestätigt. Sie ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und liest in ihrer Freizeit gern Kriminalromane soweit sie nicht in ihrem Garten arbeitet oder wandert - am liebsten in Gegenden, wo Wein wächst.



Was hat Sie dazu bewogen, ein Studium in Göttingen anzutreten?

Das Göttinger Losverfahren, nachdem der Numerus Clausus der Gesamthochschule Kassel für mich nicht zu schaffen war.



Denke ich an Göttingen, denke ich an …

… die Göttinger Innenstadt.



Was war für Sie in dieser Zeit ein unvergessliches Erlebnis?

Zusammen mit einer Gruppe von Kommilitonen habe ich 1978 ein Praktikum zur Gemeinwesenarbeit in einer Bottroper Hochhaussiedlung absolviert. Das Ziel war, mit Hilfe einer so genannten „aktivierenden Befragung“ die Menschen aus ihrer Vereinzelung herauszubringen, offene Treffpunkte zu organisieren oder Menschen in ähnlichen Lebenslagen, z. B. junge Familien, zusammenzuführen - immer unter der Prämisse „Hilfe zur Selbsthilfe“. Projekte wie die „Soziale Stadt“ gab es dort damals noch nicht.
Diese Begegnungen haben meine Grundüberzeugung gefestigt, dass wir gemeinsam mehr für Gerechtigkeit und Chancengleichheit tun müssen - und das Thema ist heute noch so aktuell wie in den 70er Jahren …



Was war ihr Lieblingslokal, beziehungsweise Ihr Lieblingsort in Göttingen?

Das „Blue Note“ und das alte „Peking“ mit seiner Mittagskarte.



Welcher Hochschullehrer hat Sie beeinflusst, beziehungsweise welches Studienangebot hat Sie besonders beeindruckt?

Hans Paul Bahrdt: Stadtsoziologie; die sozialen Bedingungen der räumlichen Umwelt.



Womit konnte man Sie immer vom Lernen abhalten?

Mit Doppelkopfrunden.



Was würden Sie studieren, wenn Sie heute noch einmal studieren könnten?

Jura.



Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

Das Leben ist ein Abenteuer …!



Welchen Ort in Göttingen würden Sie gerne einmal wieder sehen?

Ich bin ja dicht dran, sodass ich mir alle Wünsche erfüllen kann …, alle, außer den Besuch des
alten „Peking“.



Welchen Tipp haben Sie für heutige Studierende?

Bei aller Zielstrebigkeit auch einmal über den Tellerrand schauen.

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