Henning Gebhardt, Leiter Europäische Aktien bei der DWS Investment in Frankfurt, studierte nach der Ausbildung zum Bankkaufmann und der Bundeswehrzeit an der Georg-August-Universität Betriebswirtschaftslehre von 1990 bis 1995. Der gebürtige Northeimer ging anschließend zur Traineeausbildung zur Bayrischen Hypotheken- und Wechselbank in München. Seit 1996 ist Gebhardt bei der DWS in Frankfurt, er ist im Beirat der Beko-BBL (Basketball Bundesliga) und Vorstand des Deutschen Aktien Instituts. Der 43-Jährige ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.



Was hat Sie dazu bewogen, ein Studium in Göttingen anzutreten?

Nach meiner Ausbildung in einer Bank hatte ich mein Interesse für Aktien entdeckt. Ich wollte die Kenntnisse vertiefen und da erschien mir ein Studium der Betriebswirtschaftslehre (BWL) genau das richtige. Da ich mir auch noch etwas nebenher verdienen musste, um mir das Studium leisten zu können, hatte Göttingen als meine Heimatstadt viele Vorteile.



Denke ich an Göttingen, denke ich sofort an......

...meine Eltern und Schwiegereltern, die nach wie vor in Göttingen wohnen.



Was war für Sie in dieser Zeit ein unvergessliches Erlebnis?

Das hatte nichts mit der Universität zu tun. Als Trainer einer Mädchenmannschaft der BG 74 sind wir Deutscher Meister geworden. Das war sicher herausragend. Ansonsten gibt es viele nette Erinnerungen. Legendär waren die Unipartys. Ansonsten habe ich die Universität aber hauptsächlich als überfüllt in Erinnerung.



Was war Ihr Lieblingslokal, beziehungsweise Ihr Lieblingsort in Göttingen?

Das Déjà Vu. Hier hat man immer jemanden getroffen. Der Ort, an dem ich die meiste Zeit verbracht habe, war die Halle am Felix-Klein-Gymnasium (FKG).



Welcher Hochschullehrer hat Sie beeinflusst, beziehungsweise welches Studienangebot hat Sie besonders beeindruckt?

Naja. Beeinflussen ist vielleicht etwas zu viel gesagt. Richtig spannend war das alles nicht. Es war halt viel trockene Theorie. Ich hätte mir mehr Praxisnähe, zum Beispiel mit Fallbeispielen, gewünscht. Die Professoren, deren Stoff für mich am relevantesten war, waren die Vorlesungen der Professoren Wedel, Blöch, Lücke, Benner und Schruff. Da war ich dann auch gut auf das Berufsleben vorbereitet.



Womit konnte man Sie immer vom Lernen abhalten?

Leider mit viel zu vielem…insbesondere bei gutem Wetter konnte mich kaum etwas zum Lernen bringen.



Was würden Sie studieren, wenn Sie heute noch einmal entscheiden könnten?

Eigentlich nichts anderes. Aber eventuell würde ich irgendwo im Ausland studieren. Dort sind die Voraussetzungen häufig einfach besser.



Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

Ein eigenes habe ich nicht. Allerdings trifft das Motto der Deutsche Bahn „A passion to perform“ meinem eigenen ziemlich nah.



Welchen Ort in Göttingen würden Sie gerne einmal wiedersehen?

Immer wieder den Weihnachtsmarkt und ich freue mich immer sehr, wenn ich mal wieder ein Spiel der BG in der Lokhalle besuchen kann.



Welchen Tipp haben Sie für heutige Studierende?

Eigentlich habe ich gar keinen Tipp für Studierende sondern für Schüler bzw. deren Eltern: es ist heute unglaublich wichtig schon am Ende der Schulzeit genau zu wissen, was man studieren möchte und warum. Dann sollte man die richtige Universität auswählen. Die Auswahl der „falschen“ Universität kann auf spätere Karrierechancen fast genauso große Auswirkungen haben, wie die Abschlussnote.

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