Markus Hoppe, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und digitale Gesellschaft, war von 2004-2014 Vizepräsident der Georg-August-Universität. Er wurde 1966 in Göttingen geboren und studierte hier von 1988 bis 1993 Betriebswirtschaftslehre. Während seiner Studienzeit war er Vorsitzender des Allgemeinen Studierendenausschusses. Nach Abschluss seines Studiums wurde der Diplomkaufmann Geschäftsführer des SPD-Bezirks Hannover und 1997 dann Referent für Wirtschaft, Technologie und Verkehr in der Niedersächsischen Staatskanzlei. Ende 1998 wechselte er in das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und leitete dort unter anderem das Referat für Öffentlichkeitsarbeit. Verheiratet ist er mit Heidrun Bäcker. In seiner Freizeit liest Hoppe gerne Krimis, wandert und spielt Fußball.



Was hat Sie dazu bewogen, ein Studium in Göttingen anzutreten?

Während eines Ferienaufenthaltes bei meiner Schwester, die in Göttingen in den 80ern studierte, begeisterte ich mich für das Göttinger Studentenleben. Insbesondere die Sommerabende auf dem Marktplatz vor dem KAZ, wo immer eine tolle Atmosphäre war, beeindruckten mich. Letztlich brachte mich die ZVS wieder zurück in meine Geburtsstadt.



Denke ich an Göttingen, denke ich an …

… ZHG 011 und Göttingen 05. Ich begann im Wintersemester 1988 zu Zeiten des Studenten-Booms zu studieren. Göttingen hatte damals rund 32.000 Studierende. Fast mein ganzes Grundstudium habe ich im größten, meist überfüllten Hörsaal ZHG 011 verbracht. In den 70ern, als ich gerade in Hagen lebte, konnte ich im Westfalen-Stadium die Zweitliga-Partie Borussia Dortmund gegen Göttingen 05 erleben. Ein Jammer, dass der Göttinger Fußball im Niemandsland verschwunden ist.



Was war für Sie in dieser Zeit ein unvergessliches Erlebnis?

Meine Wahl zum AStA- Vorsitzenden – trotz, oder vielleicht auch wegen der stundenlangen und häufig chaotischen Stupa-Sitzungen und die damit verbunden Diskussionen. In jedem Fall eine gute Ausbildung für strategisches Verhandlungsgeschick und Konfliktmanagement.



Was war ihr Lieblingslokal, beziehungsweise Ihr Lieblingsort in Göttingen?

Im Sommer vor dem KAZ auf dem Marktplatz und im Winter im Apex – manchmal nur zum Bierholen, da es den günstigeren Außerhaus-Verkauf noch gab.



Welcher Hochschullehrer hat Sie beeinflusst, beziehungsweise welches Studienangebot hat Sie besonders beeindruckt?

Ingeborg Nahnsen, bei der ich – außerhalb meines BWL-Studiums – ein Seminar zur Sozialpolitik belegt hatte. Frau Nahnsen, die viele Göttinger auch aus der Kommunalpolitik kennen und schätzen gelernt habe, war eine starke Persönlichkeit, die in Wissenschaft und Politik ihre Spuren hinter lassen hat.



Womit konnte man Sie immer vom Lernen abhalten?

Mit Sitzungen der Juso-Hochschulgruppe – zuerst im VG-Gebäude, dann im Berliner Hof!



Was würden Sie studieren, wenn Sie heute noch einmal studieren könnten?

Psychologie. Mit über 40 Wartesemestern könnte ich jetzt vielleicht auch den NC knacken.



Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.



Welchen Ort in Göttingen würden Sie gerne einmal wieder sehen?

Ich lebe seit Herbst 1988 in Göttingen bzw. Bovenden. Auch während meiner Berufstätigkeit von 1997 bis 2004 in Hannover habe ich die besondere Lebensqualität in Göttingen geschätzt. Die dank ProCity attraktiver gewordene Innenstadt, die Aula (wo mein Büro zu finden ist), die tolle Lokhalle, die neue Physik, die sanierte Sternwarte und die Burg Plesse sollten für alle, die schon länger nicht mehr in Göttingen und in der Region waren, besondere Anziehungspunkte sein.



Welchen Tipp haben Sie für heutige Studierende?

Sich ein Jahr in der studentischen Selbstverwaltung engagieren, das Studentenleben genießen und zielorientiert studieren.

« Dr. Gert Hoffmann Stefan Jütte »