Martin Junge, Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes in Genf, kam mit 18 Jahren aus Chile zum Studium nach Göttingen. Von 1980 bis 1985 studierte er an der Georgia Augusta Theologie und absolvierte das Vikariat in der Göttinger Friedenskirche auf dem Hagenberg. 1987 kehrte Junge zurück nach Chile, wurde 1989 als Pfarrer der Evangelisch-lutherischen Kirche in Chile ordiniert und 1996 zum Kirchenpräsidenten gewählt. Im Jahr 2000 wechselte Junge in die Schweiz nach Genf als Referent für Lateinamerika und die Karibik zum Lutherischen Weltbund, dessen Generalsekretär er seit 2010 ist. Der Theloge, im August 1961 in Concepción in Chile geboren, ist verheiratet mit Marietta Ruhland. Das Ehepaar lernte sich in Göttingen kennen und hat zwei Söhne: Johannes (1994) und Matthias (1996).



Was hat Sie dazu bewogen, ein Studium in Göttingen anzutreten?

Der gute Ruf der Universität, besonders auch im Fach der Theologie.



Denke ich an Göttingen, denke ich sofort an......

Grossartige Studentenzeit, rege Debatten und Gespräche, mit zum Teil heftigen gesellschaft-lichen Debatten und Auseinandersetzungen (Atomkraft, Pershing II, Hausbesetzungen).



Was war für Sie in dieser Zeit ein unvergessliches Erlebnis?

Die multikulturellen Begegnungen im Studium und allgemein an der Uni. Ich habe nicht nur von den Professoren gelernt, sondern auch von Menschen mit ihren jeweiligen Hintegründen. Wichtig war für mich auch meine Vikariatszeit auf dem Hagenberg (Friedenskirche). Die Ge-schichten von Krieg und Vertreibung vieler Menschen dort, und wie sehr all dies noch in ihnen arbeitete, haben mich sehr beeindruckt.



Was war Ihr Lieblingslokal, beziehungsweise Ihr Lieblingsort in Göttingen?

Theaterkeller, Pfannkuchenhaus. Eddigehausen mit der Plesseburg, (wo übrigens auch gute Freunde lebten).



Welcher Hochschullehrer hat Sie beeinflusst, beziehungsweise welches Studienangebot hat Sie besonders beeindruckt?

Systematische Theologie, Prof. Dr. Josuttis. Alttestamentler Prof. Dr. Walter Zimmerli.



Womit konnte man Sie immer vom Lernen abhalten?

Im Sommer, Wanderungen und Radtouren in der Umgebung, ansonsten Konzerte und Theater jeder Art.



Was würden Sie studieren, wenn Sie heute noch einmal entscheiden könnten?

Wieder Theologie. Ich würde allerdings grösseres Gewicht auf interdisziplinäre, begleitende Studien legen.

Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

keine Antwort



Welchen Ort in Göttingen würden Sie gerne einmal wiedersehen?

Angerstrasse 8 (Studentenwohnung). Die Friedenskirche im Hagenberg (Vikariat).



Welchen Tipp haben Sie für heutige Studierende?

keine Antwort

« Stefan Jütte Dr. Rainer Kallmann »