Michael Börgerding, ist deutscher Kulturschaffender, Theaterdramaturg und seit 2012 Generalintendant am Theater Bremen. Er studierte an der Georg-August-Universität von 1980 bis 1987 Germanistik und Soziologie. Nach dem Examen war er am Jungen Theater in Göttingen bis 1993 als Dramaturg beschäftigt. Börgerding, 1960 in Lohne bei Oldenburg geboren, wechselte 1993 als Dramturg an das Niedersächsische Staatstheater Hannover und übernahm Lehraufträge an der Universität Hannover und an der Fachhochschule Hannover bis zum Jahr 2000.
Hamburg war seine nächste Station: Bis 2005 war er Chefdramaturg und Mitglied der Direktion Thalia Theater Hamburg und hatte Lehraufträge an der Universität Hamburg in Germanistik und Schauspieltheaterregie, um an die Theaterakademie zu wechseln, deren Leitung er im Jahr 2012 abgab. Der in Bremen lebende Börgerding wird dort mit der Spielzeit 2012/13 die Intendanz des Bremer Theaters übernehmen



Was hat Sie dazu bewogen, ein Studium in Göttingen anzutreten?

Meine damalige Freundin war schon da und wartete auf mich. Und: wir kamen aus Lohne. „there is only one good thing about small town / you know that you want to get out“



Denke ich an Göttingen, denke ich an …

… meine Mitbewohner in meiner ersten Wohngemeinschaft im Feuerschanzengraben – seit einigen Jahren wandern wir jedes Jahr ein paar Tage zusammen: vier ältere Männer im Regen und im Sonnenschein



Was war für Sie in dieser Zeit ein unvergessliches Erlebnis?

Ich habe 13 Jahre in Göttingen gelebt: Studium, Zivildienst, Studium, Junges Theater – da gibt es so vieles, was sich nicht vergisst, dass ich mich frage, was ich eigentlich aus den 17 Jahren danach erinnere.



Was war Ihr Lieblingslokal, beziehungsweise Ihr Lieblingsort in Göttingen?

Der Theaterkeller und das Junge Theater.



Welcher Hochschullehrer hat Sie beeinflusst, beziehungsweise welches Studienangebot hat Sie besonders beeindruckt?

Horst Turk in der Germanistik, Wolfgang Eßbach in der Soziologie – die Paradigmenwechsel zu Derrida und Foucault.



Womit konnte man Sie immer vom Lernen abhalten?

Fußballspielen auf den Schillerwiesen, spontane Demonstrationen für und gegen was auch immer in der Innenstadt, das Kino (das Cinema in der Weenderstraße gibt es doch noch hoffentlich! Und das Lumiere, das Sternkino …)



Was würden Sie studieren, wenn Sie heute noch einmal studieren könnten?

Das gleiche: Germanistik und Soziologie.



Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

Ah, but I was so much older then / I’m younger than that now.



Welchen Ort in Göttingen würden Sie gerne einmal wieder sehen?

In Göttingen inszenieren eine ganze Reihe von Regieabsolventen der Theaterakademie: Alexander Krebs und Gernot Grünewald am Jungen Theater, Alice Buddeberg, Felix Rothenhäusler oder Nino Haratischwili am Deutschen Theater. Am 23. Oktober komme ich zur Premiere von Dea Lohers „Diebe“ am DT!



Welchen Tipp haben Sie für heutige Studierende?

Das Studium bitte unbedingt als verlängerte Adoleszenz genießen

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