Rolf Seelmann-Eggebert, Fernsehjournalist mit dem Spezialgebiet "Europas Königshäuser", studierte an den Universitäten Bristol, München, Hamburg, Hannover und Göttingen Soziologie, Ethnologie und Völkerrecht. Nach dem Studium war er Auslandskorrespondent für Hörfunk und Fehrnsehen der ARD in Afrika. Der gebürtige Berliner, Jahrgang 1937, war beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) von 1982 bis 1989 Programmdirektor Fernsehen. Einem großen Publikum wurde er bekannt als Berichtserstatter über die europäischen Königshäuser. Größen Erfolg hatte er mit der vierteiligen Reihe "Royalty" über das britische Königshaus im Jahr 1985. Der Journalist, seit 2002 pensoniert, berichtet weiterhin. Mit seiner Ehefrau Barbara ist er Mitglied in zwei Streichquartetten. Das Ehepaar hat drei Kinder und ein Enkelkind.



Was hat Sie dazu bewogen, ein Studium in Göttingen anzutreten?

Meine Leidenschaft war der Radiojournalismus, schon während der Schulzeit in Hannover. Von Göttingen kam man schnell nach Hannover, und über Göttingen gab es viel zu berichten.



Denke ich an Göttingen, denke ich sofort an......

…die Europäische Rektorenkonferenz im September 1964. Der damalige Rektor hatte mich dafür als Sekretär engagiert, während ich selber noch Student war. Wir alle, Lehrende und Lernende sowie Stadtverwaltung, haben damals eine Aufgabe gemeistert, die eigentlich für Göttingen zu groß war.



Was war für Sie in dieser Zeit ein unvergessliches Erlebnis?

Die Eröffnungsprozession, in der Vertreter aus Ost und West durch Göttingen ins Aulagebäude zogen, vorne die ältesten Universitäten Europas, hinten die Neugründungen.



Was war Ihr Lieblingslokal, beziehungsweise Ihr Lieblingsort in Göttingen?

Eine kleine Dachwohnung mit Türmchen auf Schloss Berlepsch, wo meine Frau und ich unser erstes eheliches Nest gebaut haben.



Welcher Hochschullehrer hat Sie beeinflusst, beziehungsweise welches Studienangebot hat Sie besonders beeindruckt?

Der Soziologe Hans Paul Bahrdt, weil er ein großes Herz für Journalisten hatte.



Womit konnte man Sie immer vom Lernen abhalten?

Durch Telegramme, mit denen das Funkhaus Hannover mich auf Reportagereisen schickte.



Was würden Sie studieren, wenn Sie heute noch einmal entscheiden könnten?

Da ich mich durchaus mit der Idee anfreunden könnte, mein Leben noch einmal zu leben, wie ich es gelebt habe, gehört dazu wohl auch die alte Fächerkombination Soziologie, Ethnologie, Völkerrecht.



Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

Carpe diem – mache guten Gebrauch von der Lebenszeit, die Dir der liebe Gott ge-schenkt hat.



Welchen Ort in Göttingen würden Sie gerne einmal wiedersehen?

Die Junkernschänke; in der Hoffnung, dass sie ihren Betrieb bald wieder aufnimmt.



Welchen Tipp haben Sie für heutige Studierende?

So viel zielgerichtetes Studium wie nötig, so viel Studium Generale wie möglich. Dazu gehört auch , Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Zwei Fremdsprachen fließend zu beherrschen, wird eine Standardforderung werden.

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