Rolf Ulrich, seit 2011 Generalkonsul in Arbil (Sitz der Regierung der Autonomen Region Kurdistan im Irak), studierte in Göttingen und Genf Jura. 1981 trat der gebürtige Oldenburger in den höheren Auswärtigen Dienst in Bonn ein. Seine beruflichen Stationen führten Ulrich, Jahrgang 1951, neben Aufgaben im Auswärtigen Amt in Bonn an die Botschaft in Kairo, die deutsche OECD-Vertretung in Paris, an die Botschaft im südafrikanischen Windhuk, an das Generalkonsulat in New York, die Botschaft Abuja in Nigeria und als Botschafter in Abidjan. (die Botschaft im Internet: www.abidjan.diplo.de/Vertretung). Botschafter Ulrich ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern.



Was hat Sie dazu bewogen, ein Studium in Göttingen anzutreten?

Meine Schulzeit habe ich in Hannover verbracht, dort Abitur abgelegt. Es sollte eine etablierte Universitätsstadt werden, die stark von Studenten geprägt wird und einen guten Ruf für das beabsichtigte Jurastudium genießt. Auch nicht zu weit weg vom bisherigen Lebensmittelpunkt. Im übrigen hatte bereits mein Vater in Göttingen Jura studiert (in den Nachkriegsjahren). So entschied ich mich für Göttiingen (was ich nie bereut habe).



Denke ich an Göttingen, denke ich sofort an...

...viele Dinge. Den Universitätsbetrieb (zu Beginn häufig in der alten Aula; das neue Hörsaalzentrum öffnete seine Pforten erst später), die Altstadt mit der Weender Straße (die erst im Laufe der Zeit Fußgängerzone mit renovierten Häusern wurde) und auch die herrliche Umgebung, z.B. mit Festen auf der Plesse bei Nörten-Hardenberg.



Was war für Sie in dieser Zeit ein unvergessliches Erlebnis?

Mit der Studienzeit in Göttingen verbinden sich viele Erlebnisse. Da war - Folge der 68er Jahre - die bewegte hochschulpolitische Szene mit "Streiks" und Demonstrationen, da gab es originelle Lehrveranstaltungen zum Römischen Recht bei Prof. und später seinem Nachfolger Okko Behrens, die stets auch gesellschafts- und religionsgeschichte Erkenntnisse boten, und natürlich auch Freizeit: Feste und Kneipenbesuche, wie etwa beim Soleierwirt, dessen Name mir entfallen ist.



Was war Ihr Lieblingslokal, beziehungsweise Ihr Lieblingsort in Göttingen?

Es gab einige, aber hoch auf der Liste stand das "Pegasus" gegenüber der Jakobikirche.



Welcher Hochschullehrer hat Sie beeinflusst, beziehungsweise welches Studienangebot hat Sie besonders beeindruckt?

Prof. Christian Starck war damals ein noch junger Staatsrechtler, der schnell meine Präferenz für das öffentliche Recht begründete mit seiner einfachen, unkomplizierten und doch eingängigen Art der Vorlesung und des Seminars. Auch die Professoren Schreiber (Strafrecht) und Deutsch (Zivilrecht) beeindruckten durch umfassendes und ausgreifendes Wissen mit didaktischem Talent.



Womit konnte man Sie immer vom Lernen abhalten?

Mit einem rauschenden Fest am Wochenende oder einem Ausflug ins Grüne.



Was würden Sie studieren, wenn Sie heute noch einmal entscheiden könnten?

Dasselbe: Jura mit Schwerpunkten im Völkerrecht sowie Internationalem Privatrecht und Rechtsvergleichung.



Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

Solide und seriös mit Blick über den Tellerrand.



Welchen Ort in Göttingen würden Sie gerne einmal wiedersehen?

Altstadt und Ostviertel.



Welchen Tipp haben Sie für heutige Studierende?

Studieren, was man wirklich später als Beruf ergreifen will, nicht was angeblich gerade "in" oder anzuraten ist; Während des Studiums sollte man solide arbeiten, aber nicht allein in Bücher und auf Noten schauen. Andere Bereiche und Freizeitvergnügen gehören dazu.

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