Takahiro Shinyo, von 2008 bis 2011 Botschafter von Japan in der Bundesrepublik Deutschland, studierte von 1973 bis 1975 an der Georg-August-Universität Völkerrecht an der Juristischen Fakultät. Zu der Zeit hatte er das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Osaka schon abgeschlossen und war 1972 in das japanische Außenministerium eingetreten. Im höheren diplomatischen Dienst war er in den Botschaften von Japan in der Schweiz, in China und in Deutschland tätig. Nach leitenden Tätigkeiten im Außenministerium übernahm Shinyo von 1993 bis 1996 Professuren an der Fakultät der Rechtswissenschaften und an der "Osaka School of International Public Policy" der Universität Osaka. Der Tätigkeit als Gesandter der Botschaft von Japan in Deutschland im Jahr 1996 folgten verschiedene Stationen. Nach der Aufgabe als Botschafter bei den Vereinten Nationen wurde Shinyo im Jahr 2008 Botschafter in Deutschland. Der promovierte Jurist wurde im Januar 1950 im japanischen Kagawa geboren. Er ist verheiratet.



Was hat Sie dazu bewogen, ein Studium in Göttingen anzutreten?

Meine Freunde in Japan haben mir die Georg-August-Universität mit ihrer langen Tradition und ihrem weltweit ausgezeichneten Ruf empfohlen. Außerdem konnte ich in Göttingen ein dialektfreies Hochdeutsch erlernen.



Denke ich an Göttingen, denke ich an …

Heinrich Heines Reisebericht „Die Harzreise“ und den Gänselieselbrunnen



Was war für Sie in dieser Zeit ein unvergessliches Erlebnis?

Die Hochzeit mit meiner Frau Yuko, die ich während meines Studiums in Japan kennen gelernt habe, war ein unvergessliches Erlebnis. Nie vergessen werde ich auch das Völkerrechtsseminar am Abend und das Sonntagsfahrverbot, das damals wegen der Ölkrise verhängt wurde.



Was war Ihr Lieblingslokal, beziehungsweise Ihr Lieblingsort in Göttingen?

Die Junkernschänke und das Café Cron & Lanz



Welcher Hochschullehrer hat Sie beeinflusst, beziehungsweise welches Studienangebot hat Sie besonders beeindruckt?

Die Seminare von Herrn Prof. Rauschning und Herrn Prof. Zieger haben mich sehr interessiert.



Womit konnte man Sie immer vom Lernen abhalten?

Ich habe immer sehr gerne ganz Deutschland mit dem Auto erkundet und mit meinen deutschen Freunden lebhafte Gespräche geführt.



Was würden Sie studieren, wenn Sie heute noch einmal studieren könnten?

Internationale Politik, Philosophie und Geschichte



Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

Vom Anfang bis zum Ende ist Aufrichtigkeit oberstes Gebot!



Welchen Ort in Göttingen würden Sie gerne einmal wieder sehen?

Das Deutsche Theater und den Stadtwald



Welchen Tipp haben Sie für heutige Studierende?

Ich rate, viele Bücher zu lesen, insbesondere über Philosophie und Geschichte. Von besonders großem Wert sind auch Fremdsprachenkenntnisse und rhetorische Fähigkeiten.

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