Ursula von der Leyen, Bundesministerin der Verteidigung seit Dezember 2013, hat in Göttingen im Jahr 1977 das Studium der Volkswirtschaftslehre begonnen, wechselte dann nach Münster und London. Später studierte die Tochter des ehemaligen Niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht Medizin in Hannover und war nach ihrer Promotion 1991 an der Medizinischen Hochschule in Hannover bis 1996 mit ihrer Familie in Stanford (USA), wo sie an Universität und Krankenhaus war. Die Christdemokratin, Jahrgang 1958, ist seit 1990 Mitglied der CDU. In der Region Hannover übernahm sie ab 2001 kommunalpolitische Mandate und war von 2003 bis 2005 Niedersächsische Ministerin für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit. Im Dezember 2013 wurde von der Leyen Bundesministerin. Sie lebt mit ihren sieben Kindern und Ehemann Heiko von der Leyen bei Hannover. Ihre Hobbies sind Lesen und Reiten.



Was hat Sie dazu bewogen, ein Studium in Göttingen anzutreten?

Der Studienplatz kam mir damals unglaublich weit entfernt von zu Hause vor (einem Dorf bei Hannover).



Denke ich an Göttingen, denke ich sofort an......

Den Hardenberg, die Wirtschaftwissenschaftliche Fakultät, das Morisco und das Deutsche Theater.



Was war für Sie in dieser Zeit ein unvergessliches Erlebnis?

Sommernächte mit Freunden durchzudiskutieren und dabei das Chanson zu hören: „á Göttingen“ von Barbara.



Was war Ihr Lieblingslokal, beziehungsweise Ihr Lieblingsort in Göttingen?

Meine WG in der Mauerstrasse 18 unterm Dach.



Welcher Hochschullehrer hat Sie beeinflusst,
beziehungsweise welches Studienangebot hat Sie besonders beeindruckt?

Ich muss gestehen, dass ich schier untergegangen bin in einem Semester von rund 400 Kommilitonen im Grundstudium der Volkswirtschaft. Ich hatte keinerlei Kontakt zu einem Hochschullehrer und habe unter dieser Anonymität gelitten. Umso wichtiger wurde der Freundeskreis….



Womit konnte man Sie immer vom Lernen abhalten?

Mein Freundeskreis setze sich aus Germanisten, Kunstwissenschaftlern, Theologen, Biologen und einem Schauspieler am Deutschen Theater zusammen. Wir haben im ersten Semester zusammengefunden über einen Crashkurs in Latein – diese Gruppe konnte mich, die Volkswirtschaftsstudentin, jederzeit vom Lernen abhalten. Treffpunkt war Cron und Lanz!



Was würden Sie studieren, wenn Sie heute noch einmal entscheiden könnten?

Wenn es die Kombination von Medizin und Volkswirtschaft gäbe – dann würde ich dies wieder studieren.



Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

Carpe diem



Welchen Tipp haben Sie für heutige Studierende?

Vom ersten Semester an sofort viele Angebote wahrnehmen, an der Fakultät oder in studentischen Aktivitäten wie Orchestern, Chören oder Sportgruppen mitzumachen. Das schafft Kontakte und hilft, sich in der Fülle der Angebote, dem anfänglichen Mangel an Orientierung und in der Masse der Studierenden zurecht zu finden.

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