Wolfgang Meyer, Oberbürgermeister der Stadt Göttingen von 2006 bis 2014, hat an der Georg-August-Universität Rechtswissenschaften studiert. Nach den beiden Staatsexamen war er seit 1976 als Staatsanwalt und Richter in Göttingen tätig und für die SPD war er Mitglied des Rates der Stadt. 1991 folgte der Wechsel zur Stadtverwaltung als Rechtsdezernent. Für die Oberbürgermeisterwahl wurde er im Jahr 2005 von der SPD als Spitzenkandidat aufgestellt. Meyer, 1948 in Springe geboren, lebt in Geismar, ist seit 1974 verheiratet und hat eine Tochter und zwei Söhne.



Was hat Sie dazu bewogen, ein Studium in Göttingen anzutreten?

Göttingen hatte einen guten Ruf, wie heute. Im Übrigen lebte ich damals in Salzgitter, da lag Göttingen in der Nähe.



Denke ich an Göttingen, denke ich sofort an......

Ich denke als Oberbürgermeister täglich an Göttingen. Das ist meine Stadt, für die ich mich verantwortlich fühle.



Was war für Sie in dieser Zeit ein unvergessliches Erlebnis?

Im negativen Sinn die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Besetzern im Zuge von Hausbesetzungen in den 70er Jahren. Im positiven Sinn der legendäre Bursenfasching in den Kellerräumen der Akademischen Burse.



Was war Ihr Lieblingslokal, beziehungsweise Ihr Lieblingsort in Göttingen?

Ich habe viele Stunden im Trou und Filou verbracht. Nach dem Mittagessen in der Mensa Wilhelmsplatz haben wir uns im Cheltenhampark in die Sonne gelegt, damals schon so schön wie heute.



Welcher Hochschullehrer hat Sie beeinflusst, beziehungsweise welches Studienangebot hat Sie besonders beeindruckt?
Unvergesslich Professor Roxin mit seiner Vorlesung im Strafrecht in der Aula. Die hatte hohen Unterhaltungswert, wurde von Studierenden aller Fakultäten besucht und war immer überfüllt.



Womit konnte man Sie immer vom Lernen abhalten?

Mit Zwiebelsuppe und Cidre im Bistro (Reinhäuser Landstraße).



Was würden Sie studieren, wenn Sie heute noch einmal entscheiden könnten?

Nach dem Abitur habe ich zwischen Architektur und Jura geschwankt, mich dann aber für die Rechtswissenschaften entschieden. Ich habe es nicht bereut, würde auch heute noch so entscheiden.



Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

Das einzig Beständige ist der Wandel.



Welchen Ort in Göttingen würden Sie gerne einmal wiedersehen?

Ich habe das Glück, Göttingen jeden Tag wiederzusehen. Und seit 1969 hat sich die Stadt sehr positiv verändert.



Welchen Tipp haben Sie für heutige Studierende?

Legen Sie Ihr Studium breit an, legen Sie Wert auf Sprachkenntnisse. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Der Fachkräftemangel wird zunehmen, die demographische Entwicklung arbeitet für Sie. Man wird Sie brauchen.

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